Das ehem. v. Faber du Faur-Denkmal in Wasseralfingen (Foto: Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg
B 1011. F 606)

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Das von Faber du Faur-Denkmal
in Wasseralfingen

Zu den frühesten Arbeiterskulpturen im öffentlichen Raum in Deutschland gehören vier Figuren am ehemaligen von Faber du Faur-Denkmal im Areal des „Königlich-Württembergischen Hüttenwerkes Wasseralfingen“ (seit 1921 durch die „Gutehoffnungshütte“, Oberhausen, integriert in die „Schwäbische Hüttenwerken GmbH“, SHW). Das Denkmal wurde1860 fertiggestellt. Obwohl die vier Figuren als Abgüsse nach wie vor erhältlich sind, sind sie bislang in der Literatur nicht behandelt worden, ebenso wenig wie das v. Faber du Faur-Denkmal insgesamt. Erst im Jahre 2010 wurden aufgrund von Recherchen des Verfassers Dokumente über dieses Denkmal wiedergefunden. Der Verfasser dankt Dr. Roland Schurig von der Verwaltung der Stadt Aalen (Stadtarchiv, Museum Wasseralfingen) sowie Frau Katrin Blanke-Siegel vom Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg, Stuttgart-Hohenheim, für die Unterstützung der Recherchen und die Zurverfügungstellung von Dokumenten.

Das Königlich-Württembergische Hüttenwerk Wasseralfingen gehörte in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu den in Europa führenden Herstellern von Eisenkunstguss-Artikeln. Berühmt waren die kunstvollen dekorativen Ofenplatten. In der ersten Häfte des 19. Jahrhunderts dürfte u.a. die Kombination von zwei Sachverhalten zu dem Erfolg der Hüttenwerke beigetragen haben: in technischer Hinsicht die technologische Weiterentwicklung des Winderhitzers („Wasseralfinger Winderhitzer“) durch Achilles Christian Wilhelm von Faber du Faur (1786 – 1855), in künstlerische Hinsicht das Wirken der Grafiker und Bildgießer Georg Konrad Weitbrecht (1796 – 1836) und Christian Plock (1809 – 1882), der als Schüler Weitbrechts gilt, dessen Kunst er aber eigenständig weiter entwickelte. Von Faber du Faur wurde 1811 zunächst Hüttenverweser in Wasseralfingen, ab 1813 dann Hüttenamtsverwalter. Das Amt musste er 1843 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Nach seinem Tode 1855 begannen Planungen für ein Denkmal, das schließlich 1860 fertiggestellt wurde. Das Denkmal stand etwa 100 Jahre lang im Areal der Hüttenwerke. 1958 wurde es abgebaut, die Porträtbüste v. Fabers wurde ohne die vier Figuren auf einen neuen Sockel gesetzt. Der Verbleib der originalen vier Figuren ist bislang noch unbekannt. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre wurde die Büste v. Fabers im Depot des Museums Wasseralfingen eingelagert. Von den vier Figuren wurden später bis heute Abgüsse zum Verkauf angeboten. Das Denkmal insgesamt wurde von Christian Plock entworfen, die Modelle der vier Figuren fertigte der Modelleur Högg, über den bislang nichts weiter bekannt ist. Die Figuren sind ca. 50 cm hoch, in Eisen gegossen und stellen einen Gießer, einen Techniker, einen Chemiker und einen Bergmann dar. Sie gehören zu den ersten bekannten Arbeiterskulpturen im öffentlichen Raum in Deutschland. Die Figuren tragen jeweils ein Attribut ihres Berufes, sind fein ausgearbeitet, insbesondere auch bzgl. der Kleidung und dürften gem. Ausdruck, Haltung und Kleidung höhere Dienstgrade repräsentieren. Möglicherweise handelt es sich um die Darstellung von Personen, die dem Hüttenamtsverwalter v. Faber du Faur unmittelbar unterstanden, möglicherweise standen konkrete Personen Modell.